Advent 2020 15

15. Türchen

Hinter dem heutigen Türchen wird es wieder lecker. Der Christstollen wurde schon vor einen ganzen Weile erstmals nachweislich erwähnt: 1329 in Naumburg/Saale als Gabe für Bischof Heinrich I. von Grumberg. 

Der Stollen war lange Zeit als Speise während der christlichen Fastenzeit beliebt. Währenddessen waren Zutaten wie Butter und Milch verboten, sodass der Stollenteig aus Hafer, Wasser und Pflanzenöl bestanden hat. Das klingt noch nicht wirklich schmackhaft.

Zum Glück hat Papst Innozenz VIII. 1491 im sogenannten Butterbrief diese Zutat erlaubt, wenn auch zuerst nur für Adelshäuser.

© Alice Wiegand / CC-BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), Dresdner Christstollen 141228 AWCC BY-SA 4.0

Woher kommt aber der Begriff Christstollen?

Ein Stollen war im Althochdeutschen so etwas wie ein “Pfosten” – an die Form unserer Backware angelehnt.

Die Form soll aber noch für etwas anderes stehen, nämlich das eingewickelte Christkind. …okay. Wir schneiden also das verbildlichte Christkind an und verspeisen es!?

Ja, denn solche Traditionen kennen wir. Unter Bäckern nennt sich sowas “Gebildebrot”, eben weil die Backware etwas verbildlicht.

Plätzchen in Sternform, als süße Tierchen oder Figuren, Lebkuchenherzen und eingewickelte Christkinder. Lecker ist es jedenfalls.